Top 10 November

Ich fange einfach einmal an meine monatlichen top 10 Hits hier zu posten inkl. Erklärung. Ansonsten wären es ja gewöhnliche Charts und so sehr wir uns doch an Trends und geltende, neue Standards schmiegen…so sehr wollen wir auch individuell sein.

1. Roger Cicero – In Diesem Moment Stellvertretend für das komplette Album steht die aktuelle Single des Sängers Roger Cicero. Da ich generell als Jazzfreak gelte ist es nicht verwunderlich diesen Mann mit witzigen und trotzdem noch intelligenten Texten auf Platz 1 zu finden. Aber mit dem vorliegendem Album hat er sich von seinen reinen Big Band Wurzeln weit entfernt. Danke dafür!
Nicht das die anderen schlecht gewesen wären. Aber man hat das Gefühl, dass Herr Cicero gereift ist und das nicht zu knapp. Die Texte strotzen vor Selbstironie, Einsicht und legerer Sicht auf die kleinen Probleme, die der Alltag so anschleppt. Aber zurück zur vorliegenden Ballade. Der Bass ist etwas klischeebehaftet und auch das Arrangement ist mehr Pop als Jazz. Und genau das macht den Song so unsagbar eingängig. Anhören und wohlfühlen, träumen, verlieren oder einfach fallen lassen. Hier merkt man, dass echte Musiker am Werk sind. Echte Popmusik schreibt sich immerhin auch nicht von selbst.

2. Dead By April – Dreaming Begriffe wie “neue Härte” mochte ich noch nie. Aber in der letzten Zeit zeichnet sich eine zunehmende Verschmelzung aus Danceinstrumenten und guter Musik ab. Dazu gehören neben Bands wie z.B. Abandon All Ships auch die Jungs von Dead By April. In einem Gewand das an Linkin Park mit Eiern erinnert donnern sie sich mit eingängigen Vocals, guten Synthlines und drückenden Gitarren in das geneigte Hörerherz. Das Album ist definitiv empfehlenswert, da es wesentlich mehr bietet als die Single hier.

3. Alesana – Tilting The Hourglass
In Ermangelung eines richtigen Links (bitte schickt mir einen!) zu einem aktuellen Video gibt es hier den älteren Song Tilting The Hourglass. Grandios für sich und bis heute einer meiner Lieblinge.
Seit her sind aber schon einige Jahre in’s Land gegangen und die Jungs haben mit “The Emptiness” dieses Jahr eine Scheibe nachgelegt vor der man einfach den Hut ziehen muss, wenn man nur grundlegende Kenntnisse der Musiktheorie besitzt. Die Thempiwechsel und teilweise einfach nur zahnzerstörend schönen Läufe sind zu würdigen. Besonderen Nutzen kann die Band daraus ziehen, dass auch die Sänger erwachsener gewordener sind und sich daher stimmlich besser in die Instrumente einfügen. Einfach Spaß beim reinen Zuhören und garantierter Mitwippfaktor.

4. Story Of The Year – We Don’t Care Anymore
Hahahahha ihr habt doch nicht geglaubt ohne SOTY davon zu kommen! Die Band ist eine meiner All Time Favorites. Punkt und Aus. Hier stimmt einfach Alles vom Text bis zum Riffing. Deswegen kommt auch ein Tattoo von den Buben auf meine Haut, weil sie mich wirklich beeinflusst und vor allem ein wenig gerettet haben. Aber das ist eine private Geschichte. :)

5. Deceiver – Burn Notice
Eine meiner Neuentdeckungen sind die Australischen “Deceiver”. Musikalisch eher an Hatebreed angelehnt, sind sie textlich eher bei Agnostic Front oder den Gorilla Biscuits. Auf jeden Fall sehr sehr hörenswert das Ganze und gut abgemischt, so das es viel Druck macht und auch gelegentliche Melodien nicht zu kurz kommen. Kauft am besten direkt das Album. Ist eigentlich ein Blindkauf für jeden Hardcorer alter Schule der auch mit der Neuzeit klar kommt.

6. Dropkick Murphys – The Warrior’s Code
Muss ich dazu echt noch was sagen? Wer DM auflegt kann sich meiner Fäuste immer sicher wären, solange er für Nachschub an Guinness sorgt. Ist halt so. Die Jungs trägt man im Herzen oder nicht.

7. Chris Rea – Do You Still Dream
Eine der älteren Aufnahmen. Aber alleine der Bass ist zum niederknien. Abgesehen natürlich von der generell tollen Stimme und dem Songwriting. Da passt halt einfach alles. Auch wenn ich damit meiner 80s-Philie (Dafür würden mich Lektoren wahrscheinlich gerne hängen sehen…) einmal mehr nachgebe. Der Mann hat einfach klasse Songs gebaut. Und bei diesem speziellen Stück gefällt mir besonders der Spannungsbogen, den die Bridge aufbaut und natürlich der Break mit dem tollen Synth/Gitarrenheuler.

8. David Bowie – Life On Mars
Dazu ist es auch schwer, noch irgendwelche Worte zu finden die nicht abgelutscht klingen. Kenner werden den Punkt sowieso überspringen aber alle Anderen sollten wissen, dass man Bowies Musik gar nicht so leicht verstehen kann, wie man vielleicht denken mag. Allein die Instrumentierung spielt hier schon eine Rolle. Zum Beispiel setze Bowie auch ein Stylophone (welches ich selbst gerne spiele) in Songs ein. Das hat schon seinen Grund. In seinen Liedern passiert nichts, ohne einen bestimmten Zweck zu erfüllen und das merkt man Ihnen auch an. Gerade als Mensch, der auf den Aufbau von Songs und deren Komposition achtet kann man hier eigentlich Tage und Wochen nur mit einem einzelnen Song verbringen.

9. April Sixth – Dear Angel
Die christliche Rockband (in meinem Denken schließt sich das nicht unbedingt aus) April Sixth hat theologisch inspirierte Texte, die sie definitiv zu  transportieren weiß, wie man mit diesem Song eindrucksvoll darstellt. Keine Ahnung wie lange ich den Track schon höre…immer wieder mal. Aber er verliert nicht an Aktualität was ihn in meinen Augen sehr gut macht. Aber Urteilt selbst. Ist ein schönes Stück Musik, auch für die ganz bösen Buben, die ja natürlich nur an das Böse glauben und so. ;)

10. Glasperlenspiel – Echt
Es ist wirklich selten, dass mich eine deutsche Combo überzeugt. Aber das sympathische Synthpopduo von Glasperlenspiel hat mir instant einen Ohrwurm beschert, den ich auch nach mehreren Malen noch hören kann. Schön zu sehen das auch Leute außerhalb der inzestoösen Gothicszene sich trauen einige trashige, elektronische Elemente als Grundlage für Songs zu benutzen. Die Sängerin ist wirklich Geschmackssache (meinen trifft sie nicht so ganz), aber das Grundgefühl und die Instrumentalisierung ansich sind sehr nett. Wenn auch wahrscheinlich nur von kurzer Dauer.

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