Ziemlich genau einen Monat befindet sich der neue Kleine vom Versandhändler amazon nun in unserer Obhut und dies ist nun auch endlich lange genug um ein kleines Fazit zu ziehen. Mit dem dritten Kindle auf dem Weg zu mir habe ich mittlerweile genügend Erfahrung gesammeln um mir eine gründliche Meinung gebildet zu haben. Ich verzichte bewusst auf eine gesonderte Aufführung der technischen Daten oder die Einrichtung. Darüber kann man sich noch Gedanken machen, wenn er bestellt ist. Das hier ist wirklich einfach nur ein Nutzerbericht.
Das Einsatzgebiet:
Nachdem ich auf der dazugehörigen Amazonseite die Grunddaten studiert hatte, wusste ich um die wahrscheinlichen Möglichkeiten auf dem kompakten Lesegerät. Zum Einen sollte er mir unterwegs schnellen Zugriff auf meine Fachliteratur geben, die ich sonst umständlich in Buchform oder sogar auf dem Laptop transportiere. Des Weiteren legte ich Wert darauf, meine tägliche Dosis an Nachrichten zu bekommen und zu guter Letzt möchte man natürlich auch das ein oder andere Buch auf dem Gerät einfach nur bequem lesen können. Auf eine Tastatur legte ich keinen Wert, da ich ein effektives und wissenschaftliches Arbeiten bisher noch auf keinem Pad, Tablet oder vergleichbarem Produkt erleben durfte. Ich bleibe dabei meine Notizen auf dem PC zu verwalten und in besonderen Notlagen unterwegs die Notizfunktion meines Smartphones zu bemühen.
Haptik und Bedienung:
Der komplette Reader wirkt zunächst wie aus einem Guss geschaffen und liegt mit seinen, fast schon lächerlichen, 170 Gramm auch nach zwei Stunden noch sehr angenehm in der Hand. Jeder Leser, der schon einmal Tad Williams‘ Otherland Saga oder vergleichbare Bücher mit mehr als 1.000 Seiten gelesen hat, weiß wie schwer so ein Stück toter Baum bisweilen werden kann. Erstaunlich gut gelöst ist das Menükonzept. Anhand des Rockerswitches (Nennt man den zu Deutsch wirklich: Kippschalter?) und den Menütasten hangelt man sich schon nach wenigen Minuten sehr leicht und schnell durch die Einstellungen sowie Büchersammlungen. Dabei legen sämtliche Buttons und die seitlich angebrachten „Blätterschalter“ einen guten Druckpunkt und spürbares Feedback an den Tag.
Das Lesen:
Wer in einem Vielleserhaushalt (Neologismus des Tages…) wohnt, wird den kleinen Kerl schnell lieben lernen. Das 15cm messende e-Ink Display des Kindle hat mich sofort überzeugt. Klare und sehr gut lesbare Buchstaben, sowie eine absolut ausreichende Darstellung von Bildinhalten bereitem einen auch nach mehreren Stunden keine schmerzenden Augen oder Kopfschmerzen. Eine der Hauptsorgen, das Lesen in direkter Sonneneinstrahlung, kann auch getrost vergessen werden. Je mehr Sonne auf den Bildschirm scheint, desto besser. Der Screen erscheint einfach immer weißer und klarer für den Leser. Damit sollte man auch einen Nachteil nicht aus den Augen lassen: fehlendes Licht. Man benötigt zwingend eine externe Luminanzquelle um auf amazons Produkt ein Buch zu lesen. Diese gibt es auch zum direkten Befestigen am Reader selbst, nachzukaufen. Und natürlich sollte man sich eine Hülle zulegen. Ein ebook-Reader der fast gänzlich aus Darstellungsfläche besteht sollte schon ein wenig geschützt sein. Das ist der einzige Punkt in dem der Internethändler eventuell nachbessern könnte, indem er eine Schutzhülle mitliefert. Aber bei dem unschlagbar guten Preis ist dieser Umstand leicht zu verschmerzen.
Neuer Lesestoff ist schnell besorgt. Durch die Wlan-Anbindung kann man auf bequeme Art und Weise neue Bücher ordern, die erstaunlich schnell (teilweise unter einer Minute) auf dem Leser landen. Auch sollte man den erfreulichen Zusatz beachten, dass ein Duden und ein Oxford Dictionary schon werkseitig installiert sind. Das Durchsuchen eines Dokumentes oder Buches geschieht ebenso schnell und für ganz hart Gesottene gibt es auch einen experimentellen Browser. Eine dauerhafte Benutzung des Browsers empfehle ich persönlich allerdings nur bei starkem und ärztlich festgestelltem Hang zu Masochismus.
Fazit:
Allein durch Größe und Gewicht eignet sich der Kindle 4 perfekt um Unterwegs zu schmökern oder Fachliteratur zu durchsuchen. Wer nicht davor zurück schreckt ihn schon nach nahezu obszön kurzen zwei Wochen für etwa drei Stunden an einem USB-Kabel aufzuladen, oder nicht gerade seine 38 GB umfassende Konsaliksammlung unbedingt auf einen Schlag in der Tasche haben möchte kann hier beherzt zugreifen und in das Zeitalter des e Readings aufbrechen. Aber die absolut wichtigste, bahnbrechende und Weltbilder erschütternde Erkenntnis kommt zum Schluss: Die guten Bücher…kaufe ich immer noch auf Papier. :)










Wie ich lese, ist der Unterschied zwischen dem 3er und 4er tatsächlich nur die Tastatur.
Ich kann dir in allen Punkten vollkommen zustimmen. Es ist ein fantastisches kleines Teil, das ich mittlerweile nicht mehr missen möchte.
Die leidige Diskussion, ob ein eReader das Buch ersetzen soll oder nicht, ergibt sich sowieso sobald man den Kindle getestet hat. Ich finde, es ist eine tolle Ergänzung bzw. ein neues Medium, welches seine Vor- und Nachteile hat. Man sollte es nur adäquat zu nutzen wissen.
Was ich nur ein wenig frech finde, ist der Preis der Originaltaschen! Man merkt, dass Amazon den super günstigen Gerätepreis irgendwie anderweitig hereinzuholen versucht. Aber gut, es gibt ja noch andere Produkte, auf die man ausweichen kann.
Allerdings. 20 Euro habe ich pro Hülle hinlegen müssen. Das ist schon dreist.
Eines der Hauptmerkmale habe ich nicht aufgeführt: Man liest schneller und öfter. Dadurch das man nicht erst blättern und suchen muss und durch das geringe Gewicht, begleitet mich der Kleine eigentlich auf Schritt und Tritt. Bauartbedingt hat man ja praktisch nur eine einzige Seite mit. Daher einfach Knopf drücken und direkt weiterlesen. Das ist schon sehr angenehm.
hm, ja, ich kann mich denkul dran erinnern, vorallem auch an die gespräche danach, die sehr süffisant in richtung "für was er wohl GEBRAUCHT würde" gingen